Dieses Jahr hat es tatsächlich geklappt! Wir konnten den zweimal verschobenen Trip nach Skandinavien antreten.
Da unsere Fähre sehr früh morgens ging, hatten wir uns entschlossen, in Neukloster auf dem Wohnmobilstellplatz eine Zwischenübernachtung einzulegen. Auf dem Weg dorthin schaffte ich es endlich mal, die Festung Dömitz zu besuchen. Da wir sehr früh morgens los mussten, hatten wir einen Stellplatz nah am Ausgang erhalten, so dass wir die anderen Gäste nicht so sehr störten.

An der Fähre in Rostock angekommen mussten wir dann doch noch warten. Aber dann ging es los. Über eine Rampe hoch und seitlich ins Schiff, dann eine Kurve und im Schiff noch eine Rampe ein Stockwerk höher. Dann kam noch eine Kurve und wir mussten halten – halb draußen auf dem Hinterdeck. Dies hatte den Nachteil, dass wir anschließend einige Wasserspritzer und Salzflecken auf der Windschutzscheibe hatten.
Nach 5 Stunden Fahrt ging es in Trelleborg vom Schiff und wir fuhren etwa 1 1/2 Stunden nach Käseberga, um das „Stonehenge von Schweden“ (Ales Stenar) zu besichtigen. Wir hatten auf dem WoMo-Platz das Glück, noch einen Stellplatz mit Strom zu ergattern. Der Platzwart war sehr freundlich und ging abends rum, um (für Skandinavien ungewöhnlich) in bar die Gebühr zu kassieren. Man konnte aber auch in Euro bezahlen. Bei den Fahrzeugen, wo er Niemanden antraf, klopfte er dann morgens gegen 08:00 Uhr an die Tür! Die sanitären Einrichtungen waren sehr sauber, wobei die Duschen den Charme einer Umkleide eines Kreisliga-Fußballvereins hatten – aber sauber!

Wir hatten erst überlegt, in Karlskrona zu übernachten, fuhren dann aber doch bis Kalmar weiter. Hier entschieden wir uns, obwohl wir unter Bäumen keinen Satellitenempfang hatten, 2 Nächte zu bleiben. Daher konnten wir am zweiten Tag in aller Ruhe die ca. 2 km zum Schloss mit dem Fahrrad fahren. Dieses Museum ist wirklich toll. Man kommt in fast alle Räume und bekommt einen guten Überblick über das frühere Leben. Auch für Kinder und Jugendliche wurde etwas gemacht! So gab es z.B. Ritterspiele mit Schwertkampf (der arme Ritter des Schlosses bekam doch mehr ab als gewünscht) oder Lanzenkampf auf dem Holzpferd. Hinter dem Campingplatz ging es auf der Halbinsel vorbei an einem Hochseilkletterwald ca. 2 km über nicht gepflasterte Wege bis zum Vasastein. Dies ist eine sehr schöne Abwechslung, auch wenn man nur eine Nacht da sein sollte.
Da wir hier eine Nacht länger blieben als ursprünglich geplant, fiel der Besuch der Felszeichnungen in Norrköping aus, die vom Campingplatz über eine kleine Brücke leicht zu erreichen gewesen wären. Denn auf dem Campingplatz Bredäng in Stockholm hatten wir aus der Erfahrung von vor drei Jahren vorher gebucht. Ab 12 Uhr sind die Plätze in der Regel voll, es gibt eine Warteliste und Strom ist dann eh keiner mehr frei.
Im Lokal auf dem Platz kann man gut chinesisch essen und morgens gibt es im Laden nebenan auch frische Brötchen etc. Wir hatten uns eine 3-Tageskarte für die S- und U-Bahn gekauft, so dass wir fahren konnten, wie wir wollten – auch mit den Fähren im Hafen. Hiermit fuhren wir dann auch rüber zum Abba-Museum. Dieses ist wirklich toll mit allen möglichen Gegenständen aus alter Zeit. Die Figuren sind so lebensecht nachgebildet, dass man eigentlich erwartet, dass sie sich gleich bewegen. Ein Muss ist der Wachwechsel am Schloss, der ca. 1 Stunde dauert. Dieser wird täglich durchgeführt!
Wir hatten dann eine Tagestour zur Insel Sandhamn gebucht (3 Stunden hin, 2 Stunden Aufenthalt, 3 Stunden zurück) und hatten das Glück, dass wir zwar in schlechtes Wetter zurück kamen – aber nur für wenige Minuten. Wir kamen sogar trocken bis in die T-Banen (U-Bahn).

Weiter ging es dann nicht durch die Stadt, sondern über Strängnäs nach Falun, wo wir vor 2 1/2 Jahren den Stellplatz schon gebucht hatten. Hierdurch konnten wir erst in Ruhe die Kupfergrube ansehen. Auf und am Campingplatz gibt es keine Restauration, so dass wir dann die etwa 2 km runter in den Ort gelaufen sind. Hier sind einige Restaurants vorhanden – man muss aber auch wieder den Berg hoch. Brötchen konnten am Platz vorbestellt werden.
Die nächste nächste Station war der Campingplatz in Sundsvall, den wir schon aus dem letzten Skandinavien-Urlaub kannten. Hier gab es keine Brötchen und Restauration! Da die Straße gerade neu gemacht wurde, war es auch schlecht möglich, zum nahe gelegenen Laden und Restaurant zu gehen. Auf dem Weg nach Sundsvall machten wir kurz Halt an der Kirche in Trönö. Dies ist eine schöne kleine Kirche, die zweigeteilt ist – die Außenmauern umschließen eine Hälfte, die kein Dach hat und einen geschlossenen Teil.
Auf dem Weg nach Dorotea als Zwischenstation (bei Regen) hielten wir kurz in Hoting am ICA, um etwas einzukaufen. Oberhalb verläuft die Bahnlinie und es ist dort auch ein Bahnhof. Auf dem Campingplatz in Dorotea angekommen stellte ich fest, dass die Rezeption im Restaurant war – und da es noch vor 13 Uhr war das günstige Mittagsbuffet noch bestellt werden konnte. Also schnell das WoMo abstellen und erst mal Essen gehen für „schmales“ Geld (ca. 10 Euro/Person), wie es dies ja an vielen Orten in Schweden mittags gibt.

Auf dem Weg nach Arjeplog, wo wir übernachten wollten, hatten wir dann eine der dort üblichen „Begegnungen der dritten Art“ – ein Rentier, das mitten auf der Straße entgegen kam. Es wich dann zur Seite aus, wir rollten langsam vorbei – und das Tier lief hinter uns wieder zur Mitte der Straße. Ich vermute ja, dass es nicht mehr gut sehen konnte und sich daher an dem Mittelstreifen orientierte! In Arjeplog, das wegen des großen Bosch-Versuchszentrums im Winter wegen der ganzen Erlkönige überlaufen ist, entschieden wir uns nur noch mal zu tanken und doch bis Saltstraumen weiterzufahren.
Kurz vor der Grenze nach Norwegen hatte ich in Google-Maps gesehen, dass dort eine kreisförmige Anlage ist. Dies dürfte eines der Gatter der Samen sein, wo im Winter die Rentiere zusammengetrieben und gezählt werden. Wir fuhren dann über die 812 und nicht über Fauske zum Campingplatz. Kurz nach Start auf dieser Nebenstraße lagen einige übereinandergelegte Bleche auf der Straße. Ich befürchtete schon Schlimmes. Und so kam es auch. Auf einer Strecke von ca. 25 km bis zur nächsten Blechsperre waren Schafe überall. Diese waren so an die Fahrzeuge gewohnt, dass sie sich mitten auf der Straße niedergelassen hatten und die Fahrzeuge um sie herum fahren mussten. Manchmal waren es nur wenige Zentimeter Platz! Ich hatte meiner Frau gesagt, dass wir über eine Brücke fahren müssten – hatte aber nicht bedacht, dass 1 km vorher bereits eine Brücke war. Als dann die eigentliche Saltstraumen-Bro kam, wollte sie am liebsten umkehren! Steil hoch, steil runter und warum ist die Brücke eigentlich so hoch!

Dies war vor allem daher noch schwierig, da wir sehr starken Wind hatten. Auf dem Campingplatz mussten wir dann feststellen, dass unsere Satellitenantenne für Astra so hoch im Norden doch zu klein ist – kein Empfang. Am nächsten Morgen ging ich dann alleine zu Fuß über die Brücke, wobei ich meine Ersatzbrille aufgesetzt hatte, um mal in den Laden auf der anderen Seite zu schauen. Auf dem Rückweg musste ich teilweise meine Brille wirklich festhalten! Nachmittags hatte der Wind leicht nachgelassen und gingen unter die Brücke, wo man bei beginnender Flut den Richtung Landesinnere beginnenden Strom und die Strudel sehr schön sehen konnte. Viele Schaulustige aber auch Angler waren vor Ort. Unter der Brücke gibt es übrigens einen kleinen Stellplatz ohne sanitäre Möglichkeiten, der aber kostenlos ist.
Nach zwei Nächten und der Erkenntnis, dass es offenbar oben auf den Bergen nicht nur Regen, sondern auch Schnee gegeben hatte, fuhren wir über Fauske wieder Richtung Süden. Ein Zwischenstopp am Polarkreis-Center musste natürlich gemacht werden. Weiter Richtung Mo-i-Rana konnten wir dann auf der vor 3 Jahren noch in Bau befindlichen neuen Straße fahren – gegen Gebühr. Aufgrund des nassen Wetters entschieden wir uns, nicht in Korgen auf den Campingplatz zu fahren, da dieser ein reiner Grasplatz ist/war. Also ging es weiter bis Mosjoen, wo wir im Einkaufszentrum gegenüber dem Campingplatz vor drei Jahren schon einmal eingekauft hatten. Dort konnte man übrigens morgens gut seine Brötchen kaufen, da der Campingplatz erst sehr spät aufmachte.
Auf der E6 ging es jetzt weiter bis kurz vor Steinkjer (Föllingstua) auf einen kleinen und sehr ruhigen Campingplatz am See. Brötchen gab es hier zwar morgens nicht, aber abends konnte man im Lokal gut essen.
Als wir am nächsten Morgen weiterfuhren, leuchtete an unserem Ducato Baujahr 2017 mit einem Mal die Motorkontrollleuchte auf. Wir fuhren wenige Meter weiter auf eine Tankstelle, von wo ich erst einmal Kontakt mit der heimischen Werkstatt aufnahm. „Gibt es sonst irgendwelche Sachen? Hört sich der Motor normal an? Dann fahren Sie doch erst mal vorsichtig weiter.“ Da ich in Norwegen eh nur 80 fahren durfte, war dies kein Problem. Mit leicht mulmigem Gefühl ging es auf der E6 bis kurz hinter Trondheim (Berkak) und dort auf der 3 weiter Richtung Süden. Diese Strecke führt nicht über das Dovrefjell, bietet aber dennoch einige Möglichkeit, um meine Frau wegen tiefer Schluchten neben der Straße zu ärgern. Ab Tynset wurde die Straße aber schön breit und eben und es ging praktisch ständig bergab. In Atna mussten wir aufpassen, dass wir die Einfahrt zum Campingplatz nicht verpassten, aber es ging schon. Dies ist ein kleiner Campingplatz mit großer Wiese, wo man sich frei aufstellen und die (wenigen) Stromanschlüsse aussuchen konnte. Schön war die kleine Übernachtungshütte, deren Tür geschätzt höchstens 1,60 m hoch war und die Räume höchstens 1,80 m.

Auf der nächsten Etappe nach Charlottenberg in Schweden ging dann kurz nach dem Start die zweite Lampe an. Da stand im Display etwas von „DPF…“, war aber so schnell verschwunden, dass ich es nicht richtig lesen konnte. Nach einem Neustart und drauf vorbereitet konnte ich lesen: DPF wird gereinigt – bitte weiterfahren (DPF = Dieselpartikelfilter). Gemeint war aber mit höherer Drehzahl und das sollte ich ja nicht! Also ging es mit noch mulmigerem Gefühl erst mal weiter. An der Grenze zwischen Norwegen und Schweden sind auf beiden Seiten große Einkaufszentren und auf schwedischer Seite auch mit einem Lidl. Von dort bis zum Campingplatz in Charlottenberg waren es nur wenige Kilometer. Dieser liegt schön an einem See, aber leider direkt an der Hauptstraße Richtung Norwegen. Auch hier wieder Abendessen im Restaurant ja, Brötchen nur, wenn man spät aufsteht.
In der Zwischenzeit hatten wir mehrfach Kontakt mit Fachleuten und wussten, dass wir dringend mal auslesen lassen sollten, was für ein Fehler denn da war. Da am nächsten Tag das Wochenende zum Glück vorbei war, fuhren wir dann etwa 40 km nach Arnika, wo wir gesehen hatten, dass dort eine Werkstatt ist. Dies war zwar keine Fiat-Werkstatt, aber auslesen konnten die jedenfalls. Da die DPF-Anzeige noch leuchtete entschied ich mich, auf der Fahrt bis zur Werkstatt nicht mehr vorsichtig, sondern hochtourig zu fahren, um den Filter „freizubrennen“. Nach etwas 10 km ging die Lampe dann tatsächlich aus. Ein Stückchen weiter konnte ich dann unterhalb der Straße hinter einem Zaun einen Elch grasen sehen – meine Frau hatte in die andere Richtung geschaut.
In der Nissan-Werkstatt haben uns die Mitarbeiter sehr freundlich geholfen. Nach einer kurzen Wartezeit, da ein anderer Kunde noch vor uns war, und einem Kaffee wurde der Fehler ausgelesen und es war irgendwas mit Drosselklappe oder Sensor. Heute weiß ich dank meiner Heimatwerkstatt, dass es der Sensor war. Allgemeine Aussage: vorsichtig weiterfahren. Der Fehlerspeicher wurde zurück gesetzt und alles war gut. Wir fuhren dann weiter Richtung Trollhättan und hatten etwa 40 Kilometer zurückgelegt, als die Motorkontrollleuchte wieder anging. Da der Fehler ja nicht behoben war, hatte ich damit gerechnet. Womit ich nicht gerechnet hatte, kam wenige Kilometer später: an einem kleinen Hügel nahm der Wagen das Gas nicht mehr richtig an und wir „tuckelten“ mit 20 km/h hoch. Zum Glück war oben eine Tankstelle, auf deren Platz wir erst mal fuhren. Ich rief einen Bekannten an, der KFZ-Mechaniker gelernt hatte. Der gab mir einen Hinweis (wir waren mit dem Fehler ja vorher schon etwa 800 km gefahren!). Er meinte: Motor ausschalten, aussteigen, Wagen verschließen, 30 Sekunden warten, Wagen aufmachen, einsteigen und starten – dann weiß der Wagen, dass man den Fehler kennt und es trotzdem riskiert weiterzufahren. Und siehe da – so funktionierte es. Insgesamt sind wir mit diesem Fehler bis zur heimischen Werkstatt dann etwa 1500 km gefahren.
In Trollhättan hatten wir uns entschieden, den „Citycamping“ im Nordosten anzusteuern. Ich hatte zwar gelesen, dass es hier bei Regen sehr tiefen Boden geben soll, aber die Betreiber hatten daran gearbeitet und die Stellplätze geschottert. Da wir bei Starkregen ankamen, war dies auch gut. Der Regen hörte aber auf und wir konnten am nächsten Tag Richtung Schleuse fahren. Nachmittags wollten wir dann erkunden, was das rollende Geräusch bedeutete, das wir die ganze Zeit immer wieder hörten und gingen Richtung Fluss/Kanal. Es waren die Züge, die über die Hubbrücke fuhren.

Da wir in Trelleborg für den übernächsten Tag auf dem Campingplatz Trelleborg-Strand für 3 Nächte gebucht hatten und wir unterwegs wegen des ausgefallenen Stops in Arjeplog einen Tag übrig hatten, überlegten wir uns, auf halber Strecke noch einen Halt zu machen. Beim Anruf auf einem Campingplatz sagten die allerdings, dass sie uns nicht zusagen könnten, einen Platz zu haben. Na ja, wir fuhren erst mal los und kamen auch gut durch Göteborg, obwohl hier gerade massiv an den Straßen gebaut wurde. In der Gegend unseres Zwischenziels entschieden wir uns dann, da der Wagen gut lief, bis Trelleborg weiterzufahren und dort zu versuchen, einen Tag eher einen Platz zu bekommen. Dies klappte tatsächlich, da wir bereits kurz nach Mittag dort waren.
Nach Trelleborg war es mit den Fahrrädern nur ein Katzensprung und es gab einige Läden, die meine Frau durchstöbern konnte, während ich mich draußen im Schatten auf einer Bank ausruhen und mit anderen Leidensgenossen unterhalten konnte. Als sie zurück kam war der Kommentar: das kriege ich auch bei uns. Mittags suchten wir eine Lokal und entschieden uns, in einem türkischen Restaurant zu essen, das das günstige Mittagsmenü für ca. 10 Euro anbot. Das Essen war so gut und die Bedienung so freundlich, dass wir am nächsten Tag (Samstag) dort nochmals hingingen. Für etwa 13 Euro gab es ein Lendensteak mit Pommes – klasse.

Und dann war der Urlaub schon wieder rum und wir fuhren zum Hafen. Die Angaben über das Schließen des Check-In (TT-Line) waren leider so unglücklich formuliert, dass wir viel zu früh da standen – aber was solls. Die moderne Nils-Holgersson (ein LNG-Schiff) kam, wurde entladen und wir konnten dann drauf fahren. Nach etwa 8 Stunden Fahrt kamen wir in Travemünde an und wir stellten fest, dass die vorher noch bemerkten Staus immer weniger wurden – und wir im Endeffekt nur mit einem Stau sehr gut bis nach Hause kamen.
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