2024 Bodensee – Schweiz

Für dieses Jahr hatte ich lange im voraus geplant, da die Zahnradbahnen rechtzeitig gebucht werden mussten. Aber trotzdem gab es einige nicht geplante Sachen.

Als Zwischenübernachtung hatten wir den Campingplatz MainCamping Miltenberg ausgesucht. Der Platz ist sauber, aber wenn man von Campingplätzen spricht, dass sie in die Jahre gekommen sind, dann ist dieser in die Jahrzehnte gekommen. Er ist sehr schön gelegen gegenüber der Altstadt. Abends ist es ein phantastisches Bild. Und nun zur Kritik: Die Stromversorgung erfolgt über einige Kabeltrommeln, die natürlich bei Hochwasser relativ leicht in Sicherheit gebracht werden können. Der Sanitärbereich erinnert an Umkleiden aus Sporthallen der 60/70-er Jahre. Einige Waschbecken und die Duschkabinen direkt ohne „Vorraum“ mit einem Duschvorhang versehen. Man musste sich also außerhalb ausziehen und seine Sachen auf einen kleinen Hocker legen. Ähnliches hatte ich bisher nur in Kiruna erlebt.

Ein ganz anderes Bild hatten wir dann in Immenstaad auf dem Campingplatz Schloss Helmsdorf. Die sanitären Einrichtungen waren doppelt vorhanden mit den gewohnten Duschkabinen. Überrascht waren wir über die Abwaschküche: man sollte nicht per Hand spülen, sondern kostenlos die vorhandenen Spülmaschinen benutzen, da hierdurch weniger Wasser verbraucht wird.

Mit Fahrrad oder Bus kann man sich in der Umgebung gut umsehen. Für die öffentlichen Verkehrsmittel gab es auch ein kostenloses Verbundticket.

Nach dem Einkauf im Aldi in Lindau (die Schweiz ist teuer!) und dem Tanken in Bregenz ging es durch das Rheintal Richtung Via Mala und Andeer für eine Zwischenübernachtung. In Andeer ist neben dem Campingplatz ein Thermalbad mit Außenbecken – Wassertemperatur 34°C.

Am nächsten Tag fuhren wir durch den San Bernardino-Tunnel und am regnerischen Lago Maggiore vorbei Richtung Simplon. Kurz bevor wir aus Italien wieder in die Schweiz wechselten haben wir erst noch einmal getankt – viel günstiger als in der Schweiz! Damit sind wir dann wieder bis nach Deutschland gekommen. Fahren wir über den Simplon-Pass oder fahren wir mit der Bahnverladung …? Aber dann doch über den Pass. Er ist für ein Wohnmobil fahrbar, obwohl man natürlich immer auf die Bremsen aufpassen muss. Aufgrund von Murenabgängen vor einigen Wochen waren überall Bauarbeiten mit teilweise schmalen Straßen. Man musste schon sehr konzentriert fahren.

Und dann hatten wir schnell unser Ziel in Täsch auf dem Campingplatz Alphubel erreicht. Er liegt am Ende des Dorfes kurz bevor die Straße für den Normalverkehr Richtung Zermatt gesperrt ist. Man muss über eine schmale Brücke fahren und dann ist rechts die Rezeption an dem Fahrrad- und Fußweg. Wir konnten beobachten, dass Fahrzeuge häufig nach links fuhren, da sich der Campingplatz dort ausbreitete – die Einfahrt war aber eben rechts von der Brücke. Vor der Brücke war die Bahn nach Zermatt, aber man gewöhnt sich an das Klingeln der Schranken. Wenn man weiter oben in einem anderen Bereich ist, hört man quasi nichts mehr. Übrigens ist in der Hauptsaison eine Reservierung Pflicht! Geschätzt 20-30 Fahrzeuge wurden täglich abgewiesen. Morgens bekamen wir nach dem Frühstück immer Besuch.

Mit der Zahnradbahn kommt man angenehm hoch, wobei es Leute gab, die mit Fahrrad hochfuhren! Ich habe auch Jemanden gesehen, der hoch gerannt kam. Wie auch später noch konnte man hier sehr schön sehen, wie weit der Gletscher schon abgeschmolzen ist. Auch wenn es Mitte August war ist das doch sehr viel. Man sieht hier auch das viele Wasser, das unten herausfließt. Als es am letzten Abend im Bereich des Matterhorns ein Gewitter gab bei immer noch recht hohen Temperaturen, haben wir am Bach neben dem Campingplatz sehen können, was dies bedeutet: das Wasser ist sicher 50-60 cm höher gestiegen. Laut Betreiberin musste der Platz in 2024 schon zweimal geräumt werden und war auch unter Wasser. Die Klimaerwärmung ist hier sehr deutlich zu sehen!

Dann ging es von Zermatt in Richtung Interlaken durch den Lötschbergtunnel mit Autoverladung. Ich hatte mir die Strecke zwar vorher grob angesehen, aber nicht auf die Beförderungshinweise der Betreiberfirma BLS im Internet geschaut. Diese habe ich übrigens an der Kasse nicht gesehen und meine Frage beim Bezahlen ob ich etwas zu beachten habe, sagte die freundliche Dame nur, dass ich den Gang einlegen solle und die Handbremse anziehen. Wenn ich gewusst hätte, dass das Innenmaß 250cm beträgt, hätte ich die Spiegel eingeklappt. So habe ich mir ein Blinklicht zerstört. BLS hat sich nichts davon angenommen. Ich finde es aber schon merkwürdig, dass man vor der Auffahrt auf den Zug keinen Hinweis sieht und (aufgrund meiner Erstattungsforderung) nur auf die Website hingewiesen wird. Jemand ohne Webzugang hat dann das gleiche Problem wie ich es hatte.

In Interlaken oder besser in Bönigen waren wir auf dem TCS-Camping Bönigen. Für Kinder gab es einen kleinen „Streichelzoo“ mit Hühnern. Mit dem Bus konnte man kostenlos nach Interlaken fahren. Auf halber Strecke zum Bahnhof Interlaken Ost gibt es einen Aldi. Diese Strecke über den Aldi wird aber nur jede Stunde angefahren. Gegenüber vom Bahnhof ist ein großer Coop. Vom Bahnhof Ost ging auch die Bahn (später Zahnradbahn) Richtung Jungfraujoch mit dem Aletschgletscher. Hoch sind wir über Lauterbrunnen zur Kleinen Scheidegg gefahren, wo wir in die Jungfraubahn umsteigen mussten, die fast ausschließlich im Tunnel fährt. Am „Fenster“ in der Eigernordwand gibt es aber einen Zwischenstopp.

Zurück sind wir dann über Grindelwald gefahren, wobei wir fast zu früh ausgestiegen wären. Denn wenn die Zahnradbahn in Grindelwald Grund (in der Höhe des Eiger-Express) auch anhält, geht es anschließend einige Meter hoch zum Bahnhof Grindelwald. Beim Eiger-Express hätten wir aber auch einsteigen können für die Weiterfahrt Richtung Interlaken.

In Interlaken auf halber Strecke zwischen dem Ost- und Westbahnhof sind die Gleitschirmflieger ein Schauspiel. Selbst geschätzt 10/12-jährige Kinder sind geflogen.

Und dann ging es schon weiter Richtung Alpnachstad – wieder über Serpentinen. In Alpnachstad waren wir auf dem Camping Bachmattli. Er liegt etwas 20-30 Gehminuten über einen angenehmen Weg am Wasser entlang von der Pilatus-Bahn entfernt. Der Platz liegt am Hang und hat über die Straße unterhalb einen Badeplatz. Die Pilatus-Bahn ist mit etwas 48% Steigung die steilste Zahnradbahn der Welt und daher auch selbst treppenförmig gebaut.

Hier sieht man übrigens bei genauem Hinsehen, wie die Zahnradbahn sich an der hohen steilen Felswand entlang schlängelt. Wer übrigens einen guten Blick haben möchte, kann sich eventuell direkt hinter den Fahrer setzen – wie es mir gelang.

Vom Pilatus gab es dann einen tollen Blick Richtung Luzern und der anderen Möglichkeit, auf den Berg zu kommen. Dieses Foto ist übrigens vom Drachenweg aufgenommen.

Ja – und dann war der Urlaub schon wieder vorbei. Da wir die Zwischenübernachtung nicht vorher festgelegt hatten, hatte ich am Tag vor der Abreise am Camping Hemsbacher Wiesensee angefragt, aber eine Absage erhalten. Meine weitere Anfrage auf dem Camping Bad Dürkheim hatte aber Erfolg. Für die gesamte Strecke wäre es doch etwas weit gewesen.

Und hier geht es zu allen Bildern.